Die Burg Ľubovňa und das Freilichtmuseum lohnen sich meiner Meinung nach als gemeinsamer Ausflug, denn das Museum liegt nur ein paar Gehminuten von der Burg entfernt. Auf der Burg solltest du dir die Legende von ihrer Entstehung anhören und die Geschichte von Moritz Benjowski (Móric Beňovský), dem König von Madagaskar, der hier gefangen saß. Das Freilichtmuseum ist das erste in der Slowakei, das auch für Blinde eingerichtet ist.
Die Burg Ľubovňa und das Freilichtmuseum habe ich auf einer Reise durch die nördliche Zips (Spiš) und die Pieninen besucht. Wenn ich eine Sache nennen müsste, die mir von der Burg im Gedächtnis geblieben ist, dann eindeutig die spannende Legende über ihre Entstehung und das Freilichtmuseum direkt unter der Burg. Die Burg Ľubovňa, historisch auch Lublauer Burg genannt, steht hier seit dem 13. Jahrhundert und hat mehrere große Umbauten hinter sich. Während des Kriegs zwischen Polen und Schweden waren hier die polnischen Kronjuwelen versteckt (heute sind Kopien ausgestellt), und auch Moritz Benjowski, der König von Madagaskar, saß hier gefangen. Wie geht aber die Legende von der Entstehung der Burg?
Burg Ľubovňa: Die Geschichte ist spannend, die Legende noch mehr
Schnelle und praktische Infos zur Burg Ľubovňa:
- Der Eintritt kostet für Erwachsene 10 € für die Burg und 5 € für das Freilichtmuseum (2026). Du kannst aber auch ein Kombiticket für 13 € kaufen, das für beides gilt.
- Studierende zahlen für die Burg 7 €, Kinder von 6 bis 19 Jahren 5 € (2026).
- Die Öffnungszeiten 2026: von Mai bis 13. September täglich von 9 bis 19 Uhr; vom 14. bis 30. September täglich von 9 bis 18 Uhr; im Oktober von Mittwoch bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr; von November bis Februar von Freitag bis Sonntag von 10 bis 15 Uhr; im März von Freitag bis Sonntag von 10 bis 16 Uhr (das Freilichtmuseum ist von November bis März geschlossen); im April von Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr (ab 26. April täglich von 9 bis 19 Uhr).
- Kontakt: +421 52 432 2422, www.hradlubovna.sk
Geschichte der Burg Ľubovňa in Kürze
Die Burg Ľubovňa entstand irgendwann nach 1292 als Grenzfestung zwischen dem Königreich Ungarn und Polen. Ab 1412 gehörte sie ganze 360 Jahre lang, bis 1772, zum an Polen verpfändeten Gebiet, und auf der Burg saßen die polnischen Starosten, also die Verwalter im Namen des polnischen Königs. Während des Kriegs zwischen Polen und Schweden waren hier sogar die polnischen Kronjuwelen versteckt. 1768 saß im Burgturm Moritz Benjowski gefangen, der König von Madagaskar.
Spannende Ereignisse in der Geschichte von Burg und Freilichtmuseum:
1292: Nach diesem Jahr entsteht die Burg Ľubovňa.
1412: Sigismund von Luxemburg trifft sich hier mit dem polnischen König Władysław II., die Burg wird Teil des polnischen Pfands und Sitz der Starosten.
1553: Ein gewaltiger Brand zerstört die Burg Ľubovňa fast vollständig. Beim Wiederaufbau bekommt sie das Aussehen einer Renaissancefestung.
1768: Moritz Benjowski sitzt im Burgturm gefangen.
1833: Im Dorf Matysová entsteht eine Holzkirche, die heute zu den wertvollsten Bauten des Freilichtmuseums unter der Burg gehört.
1991: Die Burgkapelle wird restauriert, seitdem finden dort wieder Gottesdienste statt.
2015: Das Freilichtmuseum unter der Burg bekommt drei neue Häuser.
Die Legende von der Entstehung der Burg Ľubovňa erzählt viel mehr. Wie ist die Burg entstanden? Nun ja … Am Ufer des Flusses Poprad bei der Stadt Ľubovňa machten drei Reiter Rast. Ihr Anführer war der Adlige Ľubovenský. Ihm gefiel es hier so gut, dass er beschloss, in dieser schönen Umgebung eine Burg zu bauen. Am nächsten Morgen war aber alles verschwunden, und so bauten sie die Burg jeden Tag von Neuem. Ganz schön nervig, oder?
Als Ľubovenský herausfand, dass der Ort einer Hexe gehörte, ging er zu ihr und bat um ihre Erlaubnis. Sie war einverstanden, unter der Bedingung, dass er ihr seine Seele verkauft. Er willigte ein, und bald stand hier die schöne Burg Ľubovňa. Nur hatte Ľubovenský jetzt keine Seele mehr, also ging er zu einem Pfarrer beichten. Als die Hexe von seinem Verrat erfuhr, beschloss sie, die Burg mit einem riesigen Felsen zu zerstören.
In diesem Moment läutete aber im nahen Kloster eine Glocke, und die Hexe verlor ihre Macht. Den großen Felsbrocken ließ sie fallen. Er liegt bis heute am Ufer des Poprad beim Dorf Hajtovka.
Was du auf der Burg Ľubovňa sehen solltest: Prinzessinnenkleider und tolle Ausblicke
Die Renaissance-Bastei solltest du auf keinen Fall auslassen (ein vorgeschobener Teil der Befestigung, von dem aus sich die Burg leichter mit Kanonen verteidigen ließ), ebenso wenig die drei Barockaltäre in der Burgkapelle. Mich persönlich hat auch die Trompeterstube sehr interessiert, mit Aussicht in 710 Metern Höhe. Wenn du historische Mode magst, schau dir unbedingt die Brautkleider an, sie gehören zur Ausstellung über die Prinzessinnen Karolína und Izabela. Einen Blick wert ist auch das Modell der Burg, das hier steht.
Spannend fand ich die unterirdischen Gänge (wo es unter anderem angenehm kühl war). Dort habe ich eine Folterkammer und den Burgbrunnen entdeckt. Auf der Burg gibt es außerdem verschiedene saisonale Ausstellungen, die laufend wechseln.

Das Freilichtmuseum unter der Burg Ľubovňa
Das Prunkstück des Freilichtmuseums ist die griechisch-katholische Holzkirche aus dem Dorf Matysová von 1833. Ich habe hier Blockhäuser aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gefunden, es gibt aber auch eine Schmiede, eine Mühle und eine Tischlerwerkstatt. Mir hat sehr gefallen, dass ich mich frei bewegen und jedes Haus in meinem eigenen Tempo genau anschauen konnte. Das ganze Gelände hat sogar kostenloses WLAN, so konnte ich alle Fotos direkt aus dem Freilichtmuseum an meine Mama schicken.
Das Freilichtmuseum liegt nur ein paar Gehminuten von der Burg Ľubovňa entfernt. In seinen Häusern lebten früher die Vorfahren der Goralen und der Russinen, zweier Volksgruppen aus dem Bergland dieser Grenzregion. Als erstes Freilichtmuseum in der Slowakei ist es auch für Blinde eingerichtet, denn hier gibt es Tafeln in Brailleschrift.






