Freunden, die zum ersten Mal auf die Kanaren fliegen, empfehle ich Teneriffa. Für mich ist es eine sehr grüne Insel, und auf einer einzigen Reise erlebst du dort Berge, den Vulkan Teide und den Ozean. Meine Lieblingsinsel ist aber Fuerteventura. Sie ist groß, weitläufig und sehr trocken, und dort kann ich komplett abschalten. Am wenigsten hat mir Gran Canaria gefallen, die Insel ist mir viel zu touristisch. Wenn ich aber feiern wollte, wäre Maspalomas genau das Richtige.
Inhalt7 KapitelAusblendenAnzeigen
- 01Welche Kanarische Insel passt zu deinem Urlaub?
- 02Warum Teneriffa grün und Fuerteventura trocken ist, obwohl beide zu den Kanaren gehören
- 03Anreise auf die Kanaren, wie viele Tage du einplanen solltest und ob du ein Auto brauchst
- Direktflüge auf die Kanaren ab Bratislava, Wien und Budapest
- Brauchst du auf den Kanaren einen Mietwagen, oder reicht der Bus?
- Wie viele Tage auf den Kanaren, und wann ist die beste Reisezeit?
- Fähren und Flüge zwischen den Kanarischen Inseln
- 04Sehenswürdigkeiten auf den Kanaren: die Auswahl von Milan Bez Mapy
- Fuerteventura ist die beste Kanareninsel für Strände, Dünen und Erholung
- Teneriffa ist die beste Kanareninsel für den ersten Besuch
- Lanzarote ist die Kanareninsel für Hotel, Baden und einen Ausflug zu den Vulkanen
- Gran Canaria ist die Kanareninsel für Partys und Pride in Maspalomas
- La Graciosa ist die kleinste bewohnte Kanareninsel, ganz ohne asphaltierte Straßen
- 05La Palma, La Gomera und El Hierro: die weniger bekannten Kanaren mit wilder Natur
- 06Welche Kanarische Insel ist die beste, und wohin beim ersten Mal?
- 07Madeira und die Azoren: weitere Inseln im Atlantik mit mildem Winter
Welche Kanarische Insel soll es sein, wenn acht davon bewohnt sind und jede anders aussieht? Ich war schon mehr als zehnmal auf den Kanaren. Ich habe Teneriffa, Gran Canaria, Lanzarote, Fuerteventura und das kleine La Graciosa bereist. Mir fehlen nur noch La Palma, La Gomera und El Hierro.
Deshalb fasse ich alle meine Artikel über die Kanaren in einem Überblick zusammen. Hier findest du, welche Insel sich für Strände, Wandern, Party oder Ruhe eignet. Außerdem erkläre ich, warum sich die Inseln so stark unterscheiden, obwohl manche nur eine halbe Stunde Fährfahrt voneinander entfernt liegen.
Welche Kanarische Insel passt zu deinem Urlaub?
Wenn du es eilig hast, hier meine Kurzfassung. Details zu jeder Insel findest du weiter unten.
| Was du suchst | Wohin ich fahren würde | Warum |
|---|---|---|
| Erster Besuch auf den Kanaren | Teneriffa | Grüne Berge, der Teide, Städte und Strände auf einer Insel |
| Lange Sandstrände und Dünen | Fuerteventura | Mehr als 150 km Strand, oft flach ins Meer abfallend |
| Erholung ohne volles Programm | Fuerteventura | Strände, Dünen und der entspannte Surferort Corralejo |
| Hotel, Baden und Komfort | Lanzarote | Viele Resorts, kurze Wege und Vulkane für einen Tagesausflug |
| Party und Nachtleben | Gran Canaria, Maspalomas | Das Yumbo Centrum und zwei Prides, im Mai und im November |
| FKK-Strände | Fuerteventura, Lanzarote | FKK ist an vielen Stränden üblich, auf Lanzarote gibt es mit Charco del Palo sogar ein ganzes FKK-Dorf |
| Wandern | Teneriffa, Gran Canaria | Masca und der Teide, auf Gran Canaria der Strand Güigüí und der Roque Nublo |
| Reisen ohne Auto | Teneriffa | Ich habe die ganze Insel mit dem Bus erkundet |
| Absolute Ruhe ohne Autos | La Graciosa | Kein Asphalt und rund 700 Einwohner |
| Wind, Surfen und Kitesurfen | Fuerteventura, Lanzarote | Sotavento und Famara sind Surferreviere |
| Wilde Natur ohne Menschenmassen | La Gomera, La Palma, El Hierro | Dort war ich noch nicht, mehr dazu weiter unten |
Die Kanaren sind also nicht eine Insel mit überall gleichem Wetter und gleicher Landschaft. Auch deshalb streiten die Leute nach dem Urlaub so gern darüber, welche die schönste ist.
Warum Teneriffa grün und Fuerteventura trocken ist, obwohl beide zu den Kanaren gehören
Die Kanarischen Inseln sind aus Vulkanen entstanden, aber nicht alle gleichzeitig. Sie sind nach und nach aus dem Ozean aufgetaucht, von Osten nach Westen. Fuerteventura und Lanzarote sind mit rund 20 Millionen Jahren die ältesten. Die jüngste Insel, El Hierro, ist nur etwa 1,1 Millionen Jahre alt.
An einer älteren Insel konnten Wind und Regen länger nagen. Deshalb ist Fuerteventura so flach, und sein höchster Berg, der Pico de la Zarza, ist nur etwas über 800 Meter hoch. Teneriffa dagegen ist jung und hoch. Der Vulkan Teide misst 3715 Meter und ist der höchste Berg ganz Spaniens.


Die Höhe entscheidet auch darüber, ob eine Insel grün ist. Vom Ozean wehen die Passatwinde, beständige Nordostwinde, die tiefe, feuchte Wolken mitbringen. Auf Teneriffa und Gran Canaria stoßen sie an die Nordhänge der Berge und bleiben dort hängen. Die Einheimischen nennen das mar de nubes, das Wolkenmeer. Deshalb ist der Norden meist grün und feucht, während der Süden trocken und sonnig bleibt.
Fuerteventura und Lanzarote sind dafür zu niedrig. Die Wolken finden kein Hindernis und ziehen einfach darüber hinweg. Genau deshalb regnet es dort fast nie, und die Landschaft erinnert eher an Afrika, das nur rund 100 km von Fuerteventura entfernt liegt. Lanzarote hat außerdem eine junge Vulkanlandschaft, denn von 1730 bis 1736 überzogen die Vulkane im Gebiet des heutigen Timanfaya die Insel mit Lava. Für mich ergibt sich daraus eine einfache Regel. Wenn ich auf Teneriffa oder Gran Canaria sicher Sonne haben will, wohne ich im Süden. Auf Fuerteventura und Lanzarote beschäftigt mich dagegen eher der Wind als die Wolken.
Anreise auf die Kanaren, wie viele Tage du einplanen solltest und ob du ein Auto brauchst
Direktflüge auf die Kanaren ab Bratislava, Wien und Budapest
Der Flug auf die Kanaren dauert von Mitteleuropa aus etwa fünf Stunden. Auf den Inseln ist es außerdem eine Stunde früher als in der Slowakei und im übrigen Mitteleuropa. Ab Bratislava fliegt Ryanair im Winter 2026/2027 direkt nach Lanzarote. Ab Wien und Budapest gibt es meist mehr Direktflüge auf die Kanaren, deshalb lohnt sich ein Vergleich aller drei Flughäfen.
Meine letzten Flüge waren günstig. Der Hin- und Rückflug von Wien nach Fuerteventura hat mich 80 € gekostet, allerdings bin ich nur mit Handgepäck geflogen. Nach Lanzarote habe ich im Januar 2026 für Hin- und Rückflug 75 € bezahlt.
Brauchst du auf den Kanaren einen Mietwagen, oder reicht der Bus?
Das hängt von der Insel ab. Auf manchen habe ich mir das Auto gleich am Flughafen gemietet, auf anderen bin ich den ganzen Aufenthalt mit dem Bus ausgekommen.
- Fuerteventura: Meine Busse hatten teils mehr als eine halbe Stunde Verspätung, und ein voller Bus hat gar nicht erst angehalten. Außerdem ist Fuerteventura die zweitgrößte Insel der Kanaren, deshalb empfehle ich hier ein Auto, auch wenn ich es nicht jeden Tag brauche.
- Gran Canaria: Hier halte ich ein Auto für unverzichtbar. Die Straßen sind eng und kurvig, die Autofahrer hupen vor den Kurven, und mir ist in den Kurven schlecht geworden. Deshalb nehme ich ein kleineres Auto und eine Versicherung ohne Selbstbeteiligung.
- Teneriffa: Die ganze Insel habe ich in einer Woche allein mit den grünen TITSA-Bussen erkundet. Ein Auto würde ich mir nur für den Teide, das Anaga-Gebirge oder das Bergdorf Masca nehmen, wohin der Bus nur ein paarmal am Tag fährt.
- Lanzarote: Beim ersten Mal bin ich ohne Auto herumgekommen, mit Bus und Boot. Zum Timanfaya und zu den Papagayo-Stränden fährt aber kein Bus, deshalb habe ich mir beim zweiten Besuch ein Auto gemietet.
Auf den Kanaren reicht ein slowakischer Führerschein, genau wie jeder andere aus der EU, denn die Inseln gehören zu Spanien und damit zur Europäischen Union. Wie du ein Auto ohne Kreditkarte und Kaution mietest, beschreibe ich im Artikel Mietwagen ohne Kaution.
Wie viele Tage auf den Kanaren, und wann ist die beste Reisezeit?
Für Fuerteventura und Lanzarote hat mir jeweils eine Woche gereicht. Lanzarote durchquerst du mit dem Auto in etwa einer Stunde, das Wichtigste schaffst du also auch in kürzerer Zeit. Auf Teneriffa hat mir eine Woche dagegen nicht gereicht, beim nächsten Mal würde ich mindestens zehn Tage einplanen. Gran Canaria habe ich in fünf Tagen erkundet, aber nur, weil ich ein Auto hatte.
Das Wetter ist das ganze Jahr über angenehm, im Januar sind es etwa 20 °C. Das Meer ist im Winter allerdings kalt, mit 18 bis 19 °C. Auf Lanzarote habe ich im Januar festgestellt, dass das Wasser zum Baden zu kalt war. Am wärmsten ist das Meer im September und Oktober, mit etwa 23 °C. Zum Wandern und um dem Winter zu Hause zu entfliehen, würde ich deshalb zwischen November und März fliegen. Zum Baden eher im Herbst. Der Sommer auf Teneriffa ist mir viel zu heiß. Weitere Tipps für die Wintermonate findest du in meinem Artikel Wohin im Februar in den Urlaub.


Fähren und Flüge zwischen den Kanarischen Inseln
Zwischen den Inseln fahren Fähren der Reedereien Fred. Olsen Express, Naviera Armas, Baleària und auf kurzen Strecken auch Líneas Romero. Bei den großen Inseln bleibe ich pro Reise trotzdem auf einer. Jede verdient meiner Meinung nach mindestens eine Woche.
Manche Überfahrten sind aber so kurz, dass sie sich sogar als Tagesausflug lohnen:
- Von Lanzarote nach Fuerteventura braucht die Fähre von Playa Blanca nach Corralejo 25 bis 35 Minuten.
- Nach La Graciosa setzt du von Órzola im Norden Lanzarotes in etwa 25 Minuten über.
- Von Teneriffa nach La Gomera dauert die Fähre ab Los Cristianos etwa 50 Minuten.
- Von Santa Cruz de Tenerife nach Agaete auf Gran Canaria braucht die Schnellfähre etwa eine Stunde und 20 Minuten.
Zwischen den Inseln kannst du auch fliegen. Die Inselflüge betreiben vor allem Binter und die kleinere Canaryfly. Ich habe das selbst einmal gemacht. Ich musste von Lanzarote nach Hause fliegen, aber das Ticket ab Teneriffa war günstiger. Also bin ich mit Binter nach Teneriffa geflogen. Ein ziemliches Erlebnis: ein kleines Flugzeug und schöne Ausblicke aus dem Fenster.
- Tipp von Milan Wenn der Heimflug von einer anderen Insel günstiger ist, lohnt es sich, einen Inselflug dazuzurechnen. Bei mir hat das auf dem Heimweg von Lanzarote über Teneriffa geklappt.
Sehenswürdigkeiten auf den Kanaren: die Auswahl von Milan Bez Mapy
Zu jeder Insel habe ich auf dem Blog einen eigenen Artikel mit Orten, Preisen und Tipps. Hier ist das Wichtigste daraus, auch das, was bei mir nicht geklappt hat.
Fuerteventura ist die beste Kanareninsel für Strände, Dünen und Erholung
Fuerteventura ist meine liebste Kanareninsel, von 2022 bis 2025 bin ich jedes Jahr wiedergekommen. Der Grund ist einfach: Hier kann ich komplett abschalten. Viel zu sehen gibt es hier meiner Meinung nach nicht. Deshalb habe ich nicht das Gefühl, jeden Tag im Auto sitzen zu müssen, um nichts zu verpassen. Die Insel ist groß, weitläufig und sehr trocken, Grün findest du hier kaum.
Der Hauptgrund sind die Strände. Fuerteventura hat mehr als 150 km davon, meist mit goldenem Sand und niedrigen Wellen. Die besten sind für mich Sotavento und Cofete. In Sotavento entsteht bei Flut eine flache Lagune, und der starke Wind lockt Kitesurfer an. Nach Cofete führt von Morro Jable aus eine etwa 20 km lange Schotterpiste. Manche Vermieter verbieten die Fahrt dorthin, oder die Versicherung gilt dafür nicht, deshalb lohnt es sich, das vorher zu prüfen.
Am liebsten mag ich den Norden bei den Dünen, vor allem Corralejo. Das ist ein Surferort mit entspannter Atmosphäre, und gleich dahinter beginnen die Wüstendünen. Ein Stück weiter liegt Popcorn Beach, ein Strand voller weißer „Popcorn“. In Wirklichkeit sind das Rhodolithen, Kalkalgen, die das Meer anspült. Ruhiger ist El Cotillo mit Lagunen zum Schnorcheln. Beim Dorf Lajares steht der Vulkan Calderón Hondo mit einem etwa 70 Meter tiefen Krater. Der Weg hinauf ist gut markiert.


Allerdings hat nicht alles geklappt. Auf den Pico de la Zarza bin ich an einem bewölkten Tag gestiegen und habe überhaupt nichts gesehen. Für die kleine Insel Lobos hatte ich ein Ticket, habe es aber aus persönlichen Gründen verfallen lassen.
Fuerteventura passt zu Leuten, die Strände, Wind und Erholung ohne volles Programm wollen. Die Insel ist aber lang, und von Corralejo in den Süden ist es weit. Beim ersten Besuch habe ich meinen Aufenthalt deshalb zwischen dem Süden bei Morro Jable und dem Norden bei den Dünen aufgeteilt. Alle Tipps findest du im Artikel 8 Orte, die du auf Fuerteventura sehen solltest.
Teneriffa ist die beste Kanareninsel für den ersten Besuch
Vor Teneriffa war ich zweimal auf Gran Canaria und hielt sie für die schönste Kanareninsel. Teneriffa hat mich eines Besseren belehrt. Für mich ist sie sehr grün und für den ersten Besuch der Kanaren ideal. Hier hast du Berge, einen Vulkan, historische Städte sowie schwarze und helle Strände.


Mein Lieblingsort ist das Bergdorf Masca. Ich habe dort in einem Airbnb bei einer einheimischen Gastgeberin gewohnt, in einem Haus ohne WLAN mit Blick auf die Berge. Der nächste Geldautomat ist allerdings erst in Santiago del Teide, und die Läden hatten fast immer geschlossen. Durch die Schlucht unter dem Dorf führt heute ein Weg zum Ozean, aber nur bergab, zurück geht es mit dem Boot. Die Wanderung musst du reservieren, und du brauchst einen Helm. Ich habe meine Tour wegen des starken Windes abgesagt.
Auf den Teide kommst du mit der Seilbahn, für den Gipfel selbst brauchst du aber eine Genehmigung. Seit Januar 2026 zahlen Nichtansässige dafür 15 €. Positiv überrascht hat mich die Hauptstadt Santa Cruz, grün wie ein Gewächshaus, mit dem Park García Sanabria. Im Norden habe ich in Puerto de la Cruz gewohnt, wo es weniger Touristen und mehr Einheimische gibt. Von dort sind es mit dem Bus etwa 25 Minuten ins historische La Orotava.
Im Süden liegen die Ferienorte Costa Adeje, Playa de las Américas und Los Cristianos. Hotels, Bars und Clubs, also genau der klassische Urlaub, den ich nicht suche. Die meisten Strände im Westen sind schwarz und vulkanisch. An schwarzen Sand habe ich mich schon auf Hawaii gewöhnt, auf der Big Island. Er brennt allerdings ordentlich an den Füßen. Meine ganze Woche beschreibe ich im Artikel Sehenswürdigkeiten auf Teneriffa.
Lanzarote ist die Kanareninsel für Hotel, Baden und einen Ausflug zu den Vulkanen
Lanzarote sehe ich heute vor allem als Resortinsel. Viele Hotels, Strände, Baden und kurze Wege. Im Januar 2026 habe ich mit einem Freund in Puerto del Carmen gewohnt, nahe am Flughafen. Der Ort hat Niveau, und die Busverbindungen von dort sind gut, auch wenn wir einen Mietwagen hatten. Ein Stück westlich vom Ort liegt die versteckte FKK-Bucht Barranco del Quiquere.
Beim ersten Mal, 2022, habe ich die Insel ganz anders erkundet. Eine Woche allein, ohne Auto, mit Bus und Boot. Ich habe in einem Zirkuswagen in der Wüste beim Dorf Mala geschlafen, zwei Nächte auf einem Boot im Hafen von Puerto Calero und zwei Nächte auf La Graciosa. Auf dem Boot habe ich wegen des Schaukelns allerdings schlecht geschlafen.
Lanzarote sieht auch dank des Künstlers César Manrique anders aus. Er setzte sich für niedrige weiße Häuser ein, deshalb gibt es hier kaum Hochhäuser. Im Norden der Insel liegen seine Werke Jameos del Agua, Cueva de los Verdes und der Kakteengarten Jardín de Cactus in einem ehemaligen Steinbruch.
Der Nationalpark Timanfaya hat mich nicht begeistert, obwohl andere davon schwärmen. Der Eintritt kostet 30 € inklusive Busfahrt durch den Park. Mit dem eigenen Auto oder zu Fuß kannst du dich im Park nicht bewegen. Besser gefallen haben mir die Weinberge von La Geria. Dort wachsen die Reben in Mulden im Vulkankies. Ich habe auch am Surferstrand Famara angehalten und im Grill La Posada gegessen. Die Papagayo-Strände sind schön, aber im Januar waren dort viele Leute und das Wasser war eiskalt. Mehr findest du im Artikel Sehenswürdigkeiten auf Lanzarote.

Gran Canaria ist die Kanareninsel für Partys und Pride in Maspalomas
Von den vier großen Inseln hat mir Gran Canaria am wenigsten gefallen. Sie ist mir viel zu touristisch, und die Hauptstadt Las Palmas hat mich ehrlich gesagt gelangweilt. Im Süden schreckt mich die Massenbebauung ab, die wie aus den 80er-Jahren wirkt und inzwischen in die Jahre gekommen ist. Wenn ich aber feiern wollte, würde ich genau hierher fahren: nach Maspalomas.
Das Herz des Nachtlebens ist das Yumbo Centrum, ein offenes Einkaufszentrum auf mehreren Etagen. Tagsüber wirkt es unscheinbar, abends wird es aber zum Treffpunkt der Gay- und LGBTQ+-Partyszene mit Dutzenden Bars und Clubs. Am meisten los ist während der beiden Prides: Maspalomas Pride im Mai und Winter Pride im November. Für einen Drink vor der Party empfehle ich die Atelier Cocktail Bar oben auf dem Dach.

Gleich neben den Bars liegen die Dünen von Maspalomas. Viele glauben, die Sahara habe den Sand hierher geweht. In Wirklichkeit stammt er vor allem aus dem Meer: aus zerriebenen Muscheln, Korallen und Algen. Die Wellen haben sie an den Strand gespült, und der Wind schiebt sie ins Landesinnere. Seit 2020 darfst du in den Dünen nur auf den markierten Wegen gehen, sonst droht ein Bußgeld ab 150 €.
Mein bestes Erlebnis auf Gran Canaria hatte ich aber nicht an den Dünen, sondern im wilden Westen der Insel. Zum Strand Güigüí bin ich vom Dorf Tasartico aus gewandert. Der Weg hat etwa zweieinhalb Stunden gedauert, ohne Handyempfang und mit steilen Auf- und Abstiegen. Der Strand war fast leer, aber bei auflaufender Flut hat eine Welle mein Handy zerstört. Am nächsten Tag hatte ich einen ordentlichen Muskelkater, obwohl ich viermal pro Woche ins Fitnessstudio gehe.
Autofahren ist hier anstrengend, und im Norden ist es oft bewölkt. Deshalb würde ich wieder im Süden wohnen, wie damals bei Mogán. Die grüne Gegend um den Ort Ingenio im Osten der Insel hat mich an Kolumbien erinnert. Die besten Tapas meines Lebens habe ich im Restaurant La Gañanía gegessen. Meine Route für fünf Tage findest du im Artikel Sehenswürdigkeiten auf Gran Canaria.
La Graciosa ist die kleinste bewohnte Kanareninsel, ganz ohne asphaltierte Straßen
La Graciosa liegt vor der Nordspitze Lanzarotes und ist seit 2018 offiziell die achte bewohnte Kanarische Insel. Hier leben rund 700 Menschen, und eine asphaltierte Straße findest du nicht. Von Órzola bist du mit dem Boot in 25 Minuten drüben.
Ich habe hier zwei Nächte verbracht. Eigentlich wollte ich die Insel mit dem Fahrrad erkunden, aber der Wind war so stark, dass ich zur Siedlung Pedro Barba zu Fuß gegangen bin. Stellenweise kam mir La Graciosa wie eine Geisterstadt vor, und ich bin mit gemischten Gefühlen abgereist. Von der Atmosphäre her hat sie mich an Holbox in Mexiko erinnert, wo es ebenfalls kaum Autos gibt. Ohne den Wind würde ich gern wiederkommen.
La Palma, La Gomera und El Hierro: die weniger bekannten Kanaren mit wilder Natur
Auf den drei westlichsten Inseln war ich noch nicht, deshalb beschreibe ich sie nur kurz und ohne eigene Tipps. Ich habe vor, sie in einer Reise zu verbinden, ich weiß nur noch nicht, wann. Gemeinsam haben sie weniger Touristen und mehr wilde Natur.
- La Gomera: Sie liegt am nächsten an Teneriffa, mit der Fähre ab Los Cristianos bist du in etwa 50 Minuten dort. Die meisten kommen zum Wandern und wegen des Lorbeerwaldes im Nationalpark Garajonay, der zum UNESCO-Welterbe gehört.
- La Palma: Eine steile, grüne Insel, auf der 2021 ein Vulkan am Bergrücken Cumbre Vieja ausgebrochen ist. Auf dem Gipfel des Roque de los Muchachos stehen große astronomische Teleskope, weil der Himmel über der Insel außergewöhnlich klar ist.
- El Hierro: Die kleinste und jüngste der sieben Hauptinseln. 2011 ist hier ein Unterwasservulkan ausgebrochen, nur wenige Kilometer vor der Südküste.
Binter fliegt auch alle drei Inseln an, sie lassen sich also ohne lange Fährfahrten verbinden.
Welche Kanarische Insel ist die beste, und wohin beim ersten Mal?
Wenn ich nur auf eine fliegen dürfte, würde ich Fuerteventura wählen. Wegen der Strände, der Dünen und der Ruhe, bei der ich komplett abschalten kann. Wer aber zum ersten Mal auf die Kanaren fliegt, macht mit Teneriffa am wenigsten falsch.
Die ganze Entscheidung lässt sich auf zwei Fragen herunterbrechen. Willst du grüne Berge oder Strände? Und willst du Auto fahren oder nicht? Grüne Berge ohne Auto bedeuten Teneriffa. Strände mit Auto bedeuten Fuerteventura. Für Hotel und Komfort eher Lanzarote, für das Nachtleben Maspalomas auf Gran Canaria.


Madeira und die Azoren: weitere Inseln im Atlantik mit mildem Winter
Wenn dich auch andere Atlantikinseln mit mildem Winter reizen, schau dir die portugiesischen Inselgruppen an. Auf dem Blog findest du den Artikel Sehenswürdigkeiten auf Madeira und Tipps, was du auf São Miguel auf den Azoren sehen solltest. Alle meine Artikel über Spanien und die Kanaren findest du gesammelt auf der Seite Spanien und die Kanarischen Inseln.
Gute Reise!





