Zum Inhalt springen
Ein Reiseblog aus der Slowakei. Seit 2013.
Europa/Italien18 Min. Lesezeit

Sehenswürdigkeiten in Palermo: Tipps von Milan Bez Mapy

Mein Tag in Palermo, von der Kapuzinergruft über ein Cannolo im Kloster bis zum Sonnenuntergang am Hafen, mit Preisen, Streetfood-Tipps und einer Route für zwei Tage.

Sehenswürdigkeiten in Palermo, Tipps von Milan Bez Mapy
Sehenswürdigkeiten in Palermo mit Milan Bez Mapy

Müsste ich in Palermo eine einzige Sache auswählen, die ich nie auslassen würde, wäre es ein Cannolo im Kloster Santa Caterina. Knapp dahinter kommt der Markt Ballarò. Am meisten überrascht hat mich aber, wie sehr sich Palermo in den vier Jahren seit meinem letzten Besuch zum Besseren verändert hat.

Auf einen Blickvon Milan Bez Mapy
Vom Flughafen
Zug ins Zentrum in etwa 50 bis 60 Minuten, rund 6,80 €
Tickets
Trenitalia-App, ohne Registrierung
Unterwegs
Im Zentrum zu Fuß; Uber ist teuer, Bolt gibt es nicht
Bezahlen
Kleinere Händler nehmen ungern Karte, Bargeld ist praktisch
Wie viele Tage
Einer für das Wichtigste, zwei mit Ausflug nach Cefalù
Inhalt10 KapitelAusblendenAnzeigen
  1. 01Wie komme ich vom Flughafen Palermo mit dem Zug ins Zentrum?
  2. 02Verkehr und Bezahlen in Palermo: Bargeld, Karte und Uber
  3. 03Übernachten in Palermo: meine Erfahrung am Markt Vucciria
  4. 04Wie viele Tage braucht man für Palermo?
  5. 05Sehenswürdigkeiten in Palermo: die Auswahl von Milan Bez Mapy
  6. Kapuzinergruft in Palermo
  7. Normannenpalast und Cappella Palatina
  8. Markt Ballarò in Palermo: Streetfood, Arancine und Brötchen mit Milz
  9. Cannoli im Kloster Santa Caterina, Fontana Pretoria und Martorana
  10. Botanischer Garten in Palermo: der Orto Botanico als Oase der Ruhe
  11. La Cala und Molo Trapezoidale: wo du in Palermo den Sonnenuntergang siehst
  12. Vucciria am Abend: Lohnt sich der Markt bei Nacht?
  13. 06Was du in Palermo probieren solltest und wo: meine Streetfood-Tipps
  14. Wo ich in Palermo beim nächsten Mal essen will: Tipps von Followern
  15. 07Weitere Sehenswürdigkeiten in Palermo, die ich nicht geschafft habe
  16. 08Lohnt sich Palermo? So hat es sich in vier Jahren verändert
  17. 09Meine Route durch Palermo und Preise auf einen Blick
  18. Palermo in zwei Tagen, Tag 1: Katakomben, Königspalast und Markt Ballarò
  19. Palermo in zwei Tagen, Tag 2: Cannolo, Botanischer Garten und Sonnenuntergang am Meer
  20. 10Tagesausflug von Palermo nach Cefalù und weitere Tipps für Sizilien

Was gibt es in Palermo zu sehen? Ich stehe in den Gewölben unter einem Kapuzinerkloster, und aus den Nischen schauen mich Hunderte Tote in ihrem Sonntagsstaat an. Manche haben noch ihren Schnurrbart, andere Spitze auf dem Kopf. So hat mein Tag in Palermo begonnen. Zu Ende ging er ein paar Kilometer weiter bei den Jachten an der Mole, als die Sonne unterging.

Dazwischen habe ich auf einem lauten Markt ein Brötchen mit Milz gegessen und im Kloster unter Bananenstauden ein Cannolo. Und eine Stunde lang bin ich durch den Botanischen Garten spaziert, in dem die Vögel sangen. Ich nehme dich mit auf die ganze Route, inklusive der Dinge, die nicht geklappt haben.

Tipp von Milan Flüge nach Palermo kannst du bei Omio vergleichen. In Palermo selbst war ich zu Fuß und mit dem Zug unterwegs. Mietwagen auf Sizilien suche ich über Discover Cars. Das Portal vergleicht die Preise der Vermieter ähnlich wie eine Flugsuchmaschine.

Wie komme ich vom Flughafen Palermo mit dem Zug ins Zentrum?

Nach der Landung hat mich positiv überrascht, dass vom Flughafen Falcone Borsellino ein direkter Zug bis in die Stadt fährt. Die Fahrt dauert etwa 50 bis 60 Minuten, das Ticket kostet rund 6,80 €. Nicht jeder Zug endet am Bahnhof Palermo Centrale. Alle fahren aber durch die Stadt, du kannst also dort aussteigen, wo du hinmusst.

An den drei Automaten am Flughafen stand eine Schlange. Während ich wartete, habe ich mir die Trenitalia-App heruntergeladen, das Ticket darin ohne Registrierung gekauft und einen QR-Code bekommen. Der Preis war derselbe, und ich war schneller als die Leute vor mir, die noch mit dem Automaten gekämpft haben.

Vor der Reise lohnt sich ein Blick auf die aktuellen Verbindungen und den Preis für deinen Ankunftstag. Überleg dir schon vor dem Einsteigen, an welcher Haltestelle du aussteigen willst. Ich habe mich im unterirdischen Abschnitt vertan und musste zurückfahren.

Der Flughafen Palermo hat einen eigenen Bahnhof mit direkten Zügen ins Zentrum
Der Flughafen Palermo hat einen eigenen Bahnhof mit direkten Zügen ins Zentrum.
Mit dem Zug vom Flughafen Palermo ins Zentrum
Mit dem Zug vom Flughafen Palermo ins Zentrum

Dann kam der Fehler, den ich dir ersparen will. Der Zug fährt unter Palermo wie eine U-Bahn, und dort hatte ich weder Empfang noch Internet noch GPS. Ich habe der elektronischen Anzeige im Zug vertraut, aber die Anzeige stimmte nicht. Als ich es gemerkt habe, war ich schon zwei Haltestellen zu weit und musste zurück. Schau im Tunnel also aus dem Fenster und zähl die Haltestellen mit. Das ist eben Sizilien: ein bisschen chaotisch, aber praktisch. Du brauchst nur gute Nerven.

Noch etwas ist mir aufgefallen. Für Zugfahrten zwischen Bahnhöfen innerhalb von Palermo kannst du auch kontaktlos mit der Karte zahlen. Du musst sie allerdings beim Einsteigen und beim Aussteigen ans Lesegerät halten.

Wenn du zwei Tage in Palermo hast: Meine Tour durch die Stadt habe ich auf eine Route für zwei Tage aufgeteilt.

Verkehr und Bezahlen in Palermo: Bargeld, Karte und Uber

In Palermo war ich meist zu Fuß unterwegs. Uber ist teuer, und Bolt gibt es überhaupt nicht, was mich überrascht hat. Beim Bezahlen geht es hier seltsam zu. Ich hatte die Tasche zu Hause vergessen, in der ich tagsüber Ladegerät und Stativ dabeihabe, also bin ich los, um mir einen Stoffbeutel für 2,50 € zu kaufen.

Bargeld hatte ich keins, und als ich die Karte gezückt habe, hat der Verkäufer die Augen verdreht und mich angeschaut, als wäre ich ein Mörder. Am Ende durfte ich mit Karte zahlen, begeistert war er aber nicht. Dabei müssen Händler in Italien seit 2022 Kartenzahlung bei jedem Betrag akzeptieren, sonst droht ihnen eine Strafe.

Chaotischer Verkehr in Palermo
Der Verkehr in Palermo ist wie auf ganz Sizilien chaotisch und hektisch. Wenn du Ausflüge auf ganz Sizilien machen willst, nimm dir hier einen Mietwagen, aber mit guter Versicherung.
Milan Bez Mapy in Palermo
Milan Bez Mapy in Palermo

Viele Händler ignorieren die Regel aber. Gleich danach habe ich am Geldautomaten 60 € abgehoben, weil ich vor der Reise gelesen hatte, dass du an mehreren Orten selbst kleinere Eintritte nur bar bezahlen kannst. Achte auf der Straße auch auf den Verkehr. Die Italiener fahren hier nach ihren eigenen Regeln, und Motorräder drängen sich wirklich überall durch.

Übernachten in Palermo: meine Erfahrung am Markt Vucciria

Ich habe direkt am Markt Vucciria übernachtet und konnte von dort aus alles zu Fuß erreichen. Das Viertel hat allerdings ein wildes Nachtleben, und an einem Abend haben mich Betrunkene unter meinem Fenster geweckt. Wenn du hier eine Unterkunft suchst, lies in den Hotelbewertungen nach, ob Lärm erwähnt wird.

Übernachten in Palermo am Markt Vucciria
Übernachten in Palermo: meine Erfahrung am Markt Vucciria

Wie viele Tage braucht man für Palermo?

Für Palermo selbst hatte ich einen ganzen Tag und habe alles geschafft, was ich weiter unten beschreibe. Am nächsten Tag bin ich mit dem Zug zu einem Ausflug nach Cefalù gefahren. Einige Tipps von Followern musste ich mir allerdings fürs nächste Mal aufheben. Wenn du die auch sehen willst, rechne mit zwei bis drei Tagen. Wie ich zwei Tage aufteilen würde, steht in meiner Route für zwei Tage in Palermo.

@milan_bezmapy+249.000 Follower
Folge mir auf Instagram

Sehenswürdigkeiten in Palermo: die Auswahl von Milan Bez Mapy

Kapuzinergruft in Palermo

Den Tag habe ich in den Katakomben der Kapuziner begonnen. Uber hat mir 15 € für 2,2 km angezeigt, was mir für eine Fahrt innerhalb der Stadt ziemlich viel vorkam. Zu Fuß war es eine halbe Stunde, also bin ich gelaufen. Nach 35 Minuten stand ich an der Kasse und habe ein Ticket für 5 € gekauft. Es waren nur wenige Leute da, und die Gänge sind geräumig, sodass ich mich in Ruhe umsehen konnte.

Hier unten liegen etwa 8000 mumifizierte Menschen. Ich hatte etwas Gruseliges erwartet, mir kam es aber eher surreal vor, stellenweise sogar komisch. Sie sind in Anzüge gekleidet und tragen Schmuck, Spitze und Namensschilder. Bei einigen ist die Haut im Gesicht erhalten, und sie schauen mich an, als wären sie wütend auf mich. Wo die Kleidung zerrissen ist, sieht man, dass sie mit Stroh oder Papier ausgestopft sind. Viele Tote sind an der Wand aufgehängt, deshalb sind ihre Köpfe oft nach vorn geneigt. Auch viele Kinder sind darunter.

Kapuzinergruft in Palermo
Kapuzinergruft in Palermo

Die Mumifizierung war teuer, deshalb liegen hier vor allem wohlhabendere Palermitaner. Am bekanntesten ist die zweijährige Rosalia Lombardo, die ihr Vater 1920 einbalsamieren ließ. Hundert Jahre später sieht sie fast unversehrt aus. Fotografieren ist drinnen verboten, das Erlebnis nimmst du also nur im Kopf mit. Gleich daneben liegt ein großer Friedhof mit Mausoleen und alten Fotos, wo niemand mein Ticket kontrolliert hat. Für mich waren die Mumien einer der Höhepunkte des Tages. Mit meiner Mama würde ich allerdings nicht herkommen. Es liegt weit vom Zentrum, und der Anblick der Toten ist nicht jedermanns Sache. Wenn dich unterirdische Friedhöfe reizen: Ich habe auch über die Katakomben von Paris geschrieben.

Normannenpalast und Cappella Palatina

Von den Katakomben bin ich durch das Tor Porta Nuova zum Königspalast weitergegangen. Der Palazzo dei Normanni gilt als ältester Königssitz Europas, und heute tagt hier das sizilianische Parlament. Mich hat aber vor allem die Cappella Palatina gereizt. König Roger II. ließ sie als private Kapelle bauen, geweiht wurde sie 1140. Goldene byzantinische Mosaiken treffen hier auf eine Decke im arabischen Stil, und an einer Außenwand steht eine dreisprachige Inschrift auf Latein, Griechisch und Arabisch.

Das Ticket habe ich drei Minuten vor dem Einlass am Automaten für 10 € gekauft. Dieser Preis gilt dienstags und mittwochs. Von Donnerstag bis Montag kostet das Ticket 14,50 € und gilt auch für die königlichen Gemächer. Der Automat hat mich gewarnt, dass ich in kurzen Hosen nicht hineindarf. Ich hatte welche an, aber zurückgeschickt wurde niemand, also bin ich rein. Am Eingang gibt es eine Sicherheitskontrolle wie am Flughafen. Laut Schildern sind Drohnen verboten, mein Stativ in der Tasche ist aber problemlos durchgekommen.

Normannenpalast und Cappella Palatina in Palermo
Normannenpalast und Cappella Palatina
Palazzo dei Normanni und Cappella Palatina
Normannenpalast und Cappella Palatina

Dann kam die Schlange. Für die Kapelle habe ich etwa 45 Minuten angestanden und war dann anderthalb Minuten drin. Die Mosaiken sind wunderschön, aber stell dich auf dieses Verhältnis ein. Und das war in der zweiten Oktoberhälfte. Den Andrang im Sommer will ich mir gar nicht vorstellen. Außerdem fällt morgens Licht durch die Fenster auf der Südseite auf die Mosaiken, vor Mittag sind sie deshalb heller. Ich war gegen Mittag hier.

Die königlichen Gärten sind im Ticket enthalten, aber klein und nichts Besonderes, immerhin gibt es dort eine Toilette. Vor dem Palast liegt dafür der hübsche Park Villa Bonanno mit Palmen, Kakteen und Statuen.

Markt Ballarò in Palermo: Streetfood, Arancine und Brötchen mit Milz

Vom Königspalast bin ich zu Fuß zum Markt Ballarò gegangen. Unterwegs wäre ich fast an einem unscheinbaren Stand vorbeigelaufen, den man leicht übersieht: Antonello in der Via Porta di Castro. Die Arancine sind hier riesig, hinten stehen ein paar Plastikstühle, und zu meinen zwei Arancine für 4 € hat mir der Mann am Stand ein Glas Spritz spendiert.

Dann bin ich in die Gassen des Markts abgebogen, und ehrlich gesagt hatte ich das mitten in Palermo nicht erwartet. Enge, überdachte Gassen, Lärm, Musik, frische Meeresfrüchte und Streetfood an jeder Ecke. In der Macelleria Pupetto, die ich kaum als Restaurant bezeichnen würde, habe ich Pani ca’ meusa gegessen, ein Brötchen mit Milz und Lunge. Innereien mag ich eigentlich nicht besonders, aber das hier hat mir geschmeckt, vielleicht vor allem, weil es ordentlich salzig war. Mit einer Flasche Wasser habe ich 5 € bezahlt. Wenn ich in Palermo jemanden zum Mittagessen ausführen würde, dann genau hierher.

Arancine bei Antonello, Streetfood in Palermo

Arancine am Stand Antonello in Palermo
Arancine bei Antonello, Streetfood in Palermo

Der Überlieferung nach haben jüdische Metzger Pani ca’ meusa vor über tausend Jahren erfunden. Als Lohn behielten sie die Innereien. Ohne Käse heißt das Brötchen schietta, mit Ricotta oder Caciocavallo maritata. Und wenn du bei Antonello bestellst: In Palermo ist das Wort weiblich (Arancina), in Catania männlich (Arancino).

Geführte Touren und Ausflüge in Palermo findest du hier:

Powered by GetYourGuide

Auf dem Markt gibt es aber nicht nur Essen. Die Leute kaufen hier Souvenirs, Oktopus, Gewürze und Süßigkeiten, und ich habe sogar Schuhe aus China gesehen. Abends bin ich noch einmal durchgegangen, und die Gassen waren komplett leer. Ballarò ist also etwas für mittags, nicht für den Abend. Deshalb habe ich den Markt in meiner Route für zwei Tage auf die Mittagszeit des ersten Tages gelegt.

Pani ca’ meusa, Brötchen mit Milz, ein traditionelles Gericht aus Palermo
Pani ca’ meusa ist ein traditionelles Gericht aus Palermo. Nur für Mutige.
Markt Ballarò in Palermo
Markt Ballarò in Palermo
Stände auf dem Markt Ballarò in Palermo
Markt Ballarò in Palermo

Cannoli im Kloster Santa Caterina, Fontana Pretoria und Martorana

Wenn ich aus Palermo nur ein einziges Erlebnis auswählen müsste, wäre es dieses. Die Konditorei I Segreti del Chiostro liegt direkt im Kloster Santa Caterina und ist etwas versteckt. Der Eingang liegt in einer Seitenstraße, Via Discesa dei Giudici 33. Zuerst bin ich durch das Kloster gegangen und die Treppe hinaufgestiegen. Die Konditorei habe ich nur gefunden, weil mir Leute den Weg gezeigt haben. Am Eingang habe ich eine Wartenummer gezogen, nach dem Aufruf bestellt, und dann blieb nur noch das Essen.

Das Bestellen kam mir etwas chaotisch vor, das Cannolo war aber riesig und hervorragend. Mit einem Espresso habe ich 6 € bezahlt. Am besten hat mir gefallen, dass ich damit auf der Terrasse unter Bananenstauden sitzen konnte, mit Blick auf den Brunnen. Die Sonne hat geschienen, und das war ein durch und durch authentisches Erlebnis. Laut Google schließt die Konditorei um 17:30 Uhr, heb sie dir also nicht für den Abend auf.

Cannoli im Kloster Santa Caterina in Palermo
Cannoli im Kloster Santa Caterina
Cannolo in der Konditorei I Segreti del Chiostro im Kloster Santa Caterina
Cannoli im Kloster Santa Caterina
Milan Bez Mapy isst ein Cannolo im Kloster im Zentrum von Palermo
Milan Bez Mapy isst ein Cannolo im Kloster im Zentrum von Palermo

Unterhalb des Klosters steht die Fontana Pretoria. Ursprünglich wurde sie für eine Villa in Florenz gemeißelt, erst später hat Palermo sie gekauft. Den Platz nennen die Leute Platz der Schande. Gleich daneben, an der Piazza Bellini, stehen die Martorana und San Cataldo mit seinen drei roten Kuppeln. Hinein bin ich nicht gegangen, von außen sind mir aber schöne Aufnahmen gelungen. Die Martorana ließ im 12. Jahrhundert der Admiral von König Roger II. bauen, deshalb heißt sie auch Santa Maria dell’Ammiraglio. Der Eintritt in die Martorana kostet 2 €, in San Cataldo 2,50 €.

Botanischer Garten in Palermo: der Orto Botanico als Oase der Ruhe

Im Ausland gehe ich immer in den botanischen Garten. Ich kenne die in New York, Sydney und Buenos Aires, und im Botanischen Garten von Bratislava habe ich früher gejobbt. Am besten hat mir bisher Kirstenbosch in Kapstadt gefallen. Einer der schlechtesten ist dagegen der in Buenos Aires, obwohl die Stadt zu meinen Lieblingsorten auf der Welt gehört. Der Garten in Palermo hat mich völlig begeistert.

Botanischer Garten in Palermo, der Orto Botanico
Botanischer Garten in Palermo: der Orto Botanico als Oase der Ruhe

Ich bin eine Stunde vor Schluss angekommen, als die Sonne langsam unterging. Für den Eintritt habe ich etwa 6 € bezahlt, es waren kaum Leute da, und es war überraschend grün. Ich bin zwischen den Gewächshäusern hindurch, um einen großen Seerosenteich herum und durch die extrem fotogenen Palmenalleen spaziert.

Außerdem gibt es hier eine große Kakteensammlung, und Kakteen liebe ich. Am meisten beeindruckt hat mich ein riesiger Ficus, der 1845 von der Norfolkinsel bei Australien hierherkam. Er wirkt wie aus dem Urwald, und ich war mir nicht einmal sicher, ob es ein einziger Baum ist. Ganz aufs Bild bekommen habe ich ihn erst mit dem 0,5x-Objektiv meines Handys.

Riesiger Ficus im Botanischen Garten von Palermo
Riesiger Ficus im Botanischen Garten von Palermo

Die Einheimischen kommen offensichtlich einfach so hierher, um ihre Zeit zu verbringen. Ein junges Paar hat auf einer Bank Schach gespielt, überall haben Blumen geblüht und Vögel gesungen. Nach dem hektischen Palermo war das ein unerwarteter Kontrast, eine Oase der Ruhe und des Grüns. Ausgerechnet dort, wo früher die Inquisition Menschen verbrannt hat, ist der Garten entstanden. Das Gymnasium, das Gebäude am Eingang, ist übrigens der erste klassizistische Bau Palermos. Drinnen gibt es auch ein Café, wo du einen Kaffee und ein Stück Kuchen bekommst. Nimm dir für den Besuch mindestens eine Stunde Zeit. Im Oktober ist der Garten bis 18 Uhr geöffnet, von November bis Februar nur bis 17 Uhr und von Mai bis August sogar bis 20 Uhr.

Milan Bez Mapy im Botanischen Garten von Palermo
Milan Bez Mapy im Botanischen Garten von Palermo

La Cala und Molo Trapezoidale: wo du in Palermo den Sonnenuntergang siehst

Vor Sonnenuntergang bin ich am Hafen La Cala entlanggelaufen und habe wieder ein ganz anderes Palermo gesehen. Erst hektische und schmutzige Straßen, dann ein grüner Garten und jetzt Luxusjachten. Rund um die ganze Marina führt eine Promenade am Wasser entlang. Abends joggen hier die Leute, sitzen auf dem Rasen, und am Wasser stehen Angler. Das Ganze wirkt edel und sauber, aber nicht versnobt.

Auf den Satellitenbildern bei Google habe ich später gesehen, dass hier vor Kurzem noch eine Baustelle mit Kränen war. Der Molo Trapezoidale wurde nach dem Umbau im Oktober 2023 eröffnet und heißt heute Palermo Marina Yachting. Vorher standen hier verfallene Gebäude, die dem Umbau weichen mussten. Auf der Mole gibt es viele Restaurants, zum Beispiel Morettino und Ciurma, und auch Geschäfte. Wenn ich ein Date hätte oder mit meiner Mama unterwegs wäre, wie damals in Trapani, würde ich genau hierher zum Abendessen gehen.

Hafen La Cala und Molo Trapezoidale bei Sonnenuntergang in Palermo
La Cala und Molo Trapezoidale: Sonnenuntergang in Palermo
Jachten am Molo Trapezoidale in Palermo
La Cala und Molo Trapezoidale: Sonnenuntergang in Palermo

Vucciria am Abend: Lohnt sich der Markt bei Nacht?

Abends bin ich zum Markt Vucciria spaziert. Die enge Gasse voller Restaurants hat mich an Trastevere in Rom erinnert. Ich hatte vom abendlichen Grillen direkt auf der Straße gelesen, aber am Mittwoch, als ich dort war, hatten diese Stände geschlossen. Ich weiß nicht, ob hier nur am Wochenende gegrillt wird, schau also vor deinem Besuch nach. In meiner Route für zwei Tage steht die Vucciria am Ende des zweiten Tages, nach dem Sonnenuntergang am Hafen La Cala.

Markt Vucciria in Palermo am Abend
Vucciria am Abend: Lohnt sich der Markt bei Nacht?

Was du in Palermo probieren solltest und wo: meine Streetfood-Tipps

Das Beste, was ich in Palermo gegessen habe, gab es an einem Straßenstand, auf dem Markt und im Kloster. Dabei habe ich nie mehr als 6 € bezahlt. Palermo ist eine Stadt, in der es sich lohnt, unterwegs zu essen, statt den ganzen Tag im Restaurant zu sitzen.

Mein erster Halt war eine Arancina, eine frittierte Reiskugel, die du in Palermo an jeder Ecke findest. Ich habe sie am unscheinbaren Stand Antonello in der Via Porta di Castro gegessen, zwischen dem Königspalast und dem Markt Ballarò. Die Arancine sind hier riesig und richtig sättigend. Für zwei habe ich 4 € bezahlt, und der Mann hat mir ein Glas Spritz spendiert.

Auf dem Markt Ballarò habe ich in der Macelleria Pupetto Pani ca’ meusa probiert, ein Brötchen mit Milz und Lunge. Das ist ein Essen für Mutige, und Innereien mag ich nicht besonders, aber das hier hat mir geschmeckt. Mit einer Flasche Wasser hat es 5 € gekostet.

Und dann kam mein bestes Erlebnis in ganz Palermo: ein Cannolo im Kloster Santa Caterina. In der Konditorei I Segreti del Chiostro haben sie es mir gefüllt, sobald meine Wartenummer dran war. Ein riesiges Cannolo mit Espresso hat mich 6 € gekostet, und ich habe es auf der Terrasse unter Bananenstauden mit Blick auf den Brunnen gegessen.

Wo ich in Palermo beim nächsten Mal essen will: Tipps von Followern

Einige Lokale, die mir Follower empfohlen haben oder die in Palermo bekannt sind, habe ich nicht mehr geschafft. Ich habe sie also nicht getestet. Wenn du Zeit hast: Diese würde ich beim nächsten Mal selbst ausprobieren.

Arancine, Pani ca’ meusa und Cannolo habe ich in der Route für zwei Tage so eingeplant, dass sie auf deinem Weg liegen.

Weitere Sehenswürdigkeiten in Palermo, die ich nicht geschafft habe

Vor der Reise haben mir Follower Dutzende Tipps geschickt. Für manche hatte ich keine Zeit, deshalb schreibe ich darüber nicht aus eigener Erfahrung. Nicht geschafft habe ich:

  • die Kathedrale und einen Spaziergang auf ihrem Dach
  • das Teatro Massimo
  • Monreale
  • den Monte Pellegrino mit der Wallfahrtsstätte der heiligen Rosalia
  • den Strand von Mondello
  • die Chiesa del Gesù
  • die Chiesa del Carmine Maggiore mit ihrer Majolikakuppel über dem Markt Ballarò

Im Castello Utveggio auf dem Hügel über der Stadt gibt es Führungen nur von Donnerstag bis Sonntag, plan den Besuch also nach dem Wochentag.

Lohnt sich Palermo? So hat es sich in vier Jahren verändert

Zum ersten Mal habe ich Palermo vor vier Jahren gesehen, als ich mit meiner Mama in Trapani war und wir für einen Tag hergekommen sind. Damals hat es mich nicht besonders angesprochen, es kam mir zu wild, schmutzig und hässlich vor. Seitdem war ich in Neapel, und für mich ist nichts „schlimmer“ als Neapel.

Diesmal kam mir Palermo sauberer und geordneter vor. Dazugekommen sind neue Marinas und vieles mehr. Es ist immer noch hektisch, aber im Vergleich zu meinem ersten Besuch ist das ein echter Sprung nach vorn. Preislich ist es angenehm, und nichts kam mir unnötig überteuert vor.

Meine Route durch Palermo und Preise auf einen Blick

Diese ganze Route habe ich an einem Tag geschafft. Wenn du zwei Tage in Palermo hast, würde ich sie nach dem Mittagessen auf dem Markt Ballarò teilen. Die Reihenfolge der Stationen bleibt gleich, und du läufst nicht kreuz und quer durch die Stadt. Den ersten Tag verbringst du im Westen der Stadt, den zweiten im Zentrum und am Meer.

Palermo in zwei Tagen, Tag 1: Katakomben, Königspalast und Markt Ballarò

  1. Kapuzinergruft: morgens, etwa eine Stunde, Eintritt 5 €, vom Zentrum 35 Minuten zu Fuß
  2. Normannenpalast und Cappella Palatina: 1,5 Stunden mit Anstehen, Eintritt 10 € dienstags und mittwochs, sonst 14,50 €. Vor Mittag haben die Mosaiken mehr Licht.
  3. Arancine bei Antonello in der Via Porta di Castro: auf dem Weg vom Palast zum Markt, zwei für 4 €
  4. Markt Ballarò: Mittagessen, Brötchen mit Milz und Wasser für 5 €

Palermo in zwei Tagen, Tag 2: Cannolo, Botanischer Garten und Sonnenuntergang am Meer

  1. I Segreti del Chiostro: Cannolo mit Espresso für 6 €, danach Fontana Pretoria und Martorana von außen. Die Konditorei schließt laut Google um 17:30 Uhr.
  2. Orto Botanico: mindestens eine Stunde, Eintritt etwa 6 €, im Oktober bis 18 Uhr geöffnet, von November bis Februar bis 17 Uhr
  3. La Cala und Molo Trapezoidale: Sonnenuntergang und Abendessen
  4. Vucciria: Abendspaziergang

So bleiben dir der erste Nachmittag und der zweite Vormittag frei. Ich würde sie für Orte nutzen, die ich nicht geschafft habe, zum Beispiel die Kathedrale oder das Teatro Massimo.

Der Zug vom Flughafen ins Zentrum kostet rund 6,80 €, und Uber hat mir zu den Katakomben 15 € angezeigt.

Tagesausflug von Palermo nach Cefalù und weitere Tipps für Sizilien

Tagesausflug von Palermo nach Cefalù
Tagesausflug von Palermo nach Cefalù und weitere Tipps für Sizilien

Am nächsten Tag bin ich mit dem Zug nach Cefalù gefahren. Was ich dort alles geschafft habe, steht in meinem Artikel Sehenswürdigkeiten in Cefalù. Das Ticket ab Palermo Centrale hat 7,10 € pro Strecke gekostet, und die Fahrt hat etwa eine Stunde gedauert. Wenn du auch den Westen Siziliens kennenlernen willst, schau dir meinen Reiseführer an: Sehenswürdigkeiten in Trapani. Dazu passt der Artikel über einen Ausflug auf die Ägadischen Inseln.

Gute Reise!

Milan Bez Mapy
Geschrieben von
Milan Bez Mapy

Slowakischer Reiseblogger, der seit 2013 Slowaken von ihren Bürostühlen holt. Autor des Buches Influencer und Gründer des Blogs Bez Mapy.